Balkon insektenfreundlich gestalten

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Den Balkon insektenfreundlich zu gestalten ist einfacher gestaltet als gedacht.

Langsam geht das Brummen und Zirpen auf den Feldern wieder los und die Natur wacht aus ihrem Winterschlaf auf. Viele Insekten machen sich dann auf die Suche nach neuen Nistplätzen und Nahrung. In Städten wird beides aber immer knapper. Die kleinen Tierchen können aber auch in der Stadt unterstützt werden. Balkone können ganz einfach zu einem Schlaraffenland für die Sechsbeiner umgestaltet werden.

So wird der Balkon insektenfreundlich 

Den Balkon zu einem Paradies für Insekten zu machen, ist nicht schwer. Viele Baumärkte bieten bereits ein großes Sortiment an entsprechenden Pflanzen und Blumen an. Meist sind sie sogar als „insektenfreundlich“ oder „bienenfreundlich“ gekennzeichnet. Bienen und auch andere Insekten haben aber unterschiedliche Vorlieben. Was dem Schmetterling mundet, kann für den Marienkäfer ungenießbar sein. Deshalb ist eine Auswahl an heimischen Pflanzen von Vorteil, um viele kleine Besucher glücklich zu machen. Übrigens kann auch von manchem Gewächs selbst profitiert werden: Thymian zum Beispiel schmeckt nicht nur den Insekten, sondern auch auf dem eigenen Teller als Gewürz.

Sonnenstand im Blick behalten

Wichtig ist es, die Pflanzen auf die Lage des Balkons abzustimmen. Ist tagsüber viel Sonnenschein vorhanden? Dann bieten sich Gewächse wie Wiesenflockenblumen, Katzenminze oder Hornklee an. Ist der Balkon eher schattig gelegen, dann sind wilde Malven, große Sterndolden oder Walderdbeeren eine gute Wahl. Wichtig ist, dass die Insekten Zugang zu Pollen und Nektar in den Blütenkelchen haben. Tipp: Wer sich unsicher ist, kann auch eine regionale  Wildblumenmischung ansetzen. Die gibt es als Samen zu kaufen. 

Besonders auf Blumen wie Zuchtrosen oder üppige Chrysanthemen sollte aber verzichtet werden; sie sehen schön aus, die Tiere kommen wegen der vielen Blüten aber nicht an den Nektar. Damit der Balkon ein fester Anlaufpunkt für die Insekten wird, sollte im besten Fall zwischen März und Oktober immer etwas blühen. 

Neben Pflanzen freuen sich Insekten auch über eine Wasserstelle, an der sie trinken können. Eine perfekte Trinkgelegenheit ist schnell gebaut: Einfach eine Schale mit Steinen oder Murmeln füllen und mit Wasser auffüllen. Die Insekten können sich an den Gegenständen festhalten und ihren Durst stillen. Die Schale am besten jeden Tag reinigen und neu befüllen.

Nachts geht es richtig los

Es lohnt sich neben dem Nahrungsangebot für die tagaktiven Insekten auch einige Pflanzen für Nachtschwärmer auf dem Balkon zu haben. Als Futterquelle eignen sich Gewächse wie die Nachtkerze, Polster-Seifenkraut oder auch Kletterpflanzen wie das Geißblatt. Genauso wichtig ist in der Nacht aber auch die Beleuchtung des Balkons. Insekten orientieren sich an natürlichen Lichtquellen wie Sternen und Mond, werden durch hellere Lichtquellen aber von ihrem Kurs abgebracht. Mit fatalem Ergebnis: Laut Forschern der Universität Mainz sterben pro Tag rund eine Millionen Insekten an den Straßenlaternen. Lampions oder Lichterketten können daher schnell zur Gefahr für die Sechsbeiner werden.

Eine Lösung für den Balkon bieten insektenfreundliche Beleuchtungen. Wichtig ist, dass wenig blaue Anteile im abgestrahlten Licht enthalten sind. Ein zusätzlicher Vorteil solcher Lichtquellen: Sie werden als warmes Licht empfunden.