So nachhaltig kann Design sein

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Design-Sitzmöbel können auch nachhaltig und regional sein. Wie das von der ersten Skizze über die Produktion bis hin zum fertigen Produkt funktionieren kann, zeigt TOPSTAR/WAGNER.

Im Büro, im Auto, am Esstisch, auf der Couch. Jeder sitzt im Laufe des Tages. Das Problem: Wir sitzen nicht nur zu viel, sondern auch falsch. Sei es der Bürostuhl, der Küchenstuhl oder der Esszimmerstuhl. Allen gemeinsam ist die häufig starre Sitzfläche, welche ein aktives, bewegtes Sitzen nicht nur einschränkt, sondern auch verhindert.

TOPSTAR/WAGNER hat sich dem bewegten, gesünderen Sitzen verschrieben. Hierzu entwickelt der Hersteller aus Langenneufnach mit Begeisterung innovative Sitzgelegenheiten und -alternativen in teils außergewöhnlichen und zukunftsweisenden Designs. Dabei steht der achtsame Umgang mit Ressourcen immer im Mittelpunkt.

Nachhaltiges Design bei Sitzmöbeln

TOPSTAR/WAGNER hat sich auf ein ganzheitliches Konzept der nachhaltigen Produktion ihrer Sitzmöbel verständigt. Ziel ist es, den Nachhaltigkeitsgedanken entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu festigen. Das beginnt schon bei den Lieferanten, die aus der Region kommen. Auch die Produktion fokussiert die Nachhaltigkeit. Ziel ist es, jegliche Produktionsabfälle zu vermeiden und einen Produktkreislauf zu schaffen. Dabei steht nicht nur der ökologische Fußabdruck der Materialien im Vordergrund. Auch die Bauweise steht im Sinne der Qualität im Vordergrund. Der Kunde kann dann kleine Bauteile einfach austauschen und ersetzen. Denn das verlängert die Lebensdauer.

Der Plastikanteil bei Verpackungen ist größtenteils Kartonagen gewichen. Die in der Produktion anfallenden Kartonagen werden intern weiterverarbeitet und wiederverwendet. Um die verpackte Ware zu schonen, wird mit der hauseigenen Packkissenanlage den Altkartonagen ein neues Leben eingehaucht und diese als Füllmaterial in der Verpackung verwendet. Bereits aufgebaute Ware wird mit minimaler Verpackung und dank eines spezialisierten Logistikunternehmens ans Ziel gebracht. Durch diese Versandweise ist es möglich, etwa 25 Prozent mehr an Stühlen zu laden, und es braucht weniger Fahrten für den Transport .

Neben elektrischen Flurförderfahrzeugen und einem bereits zum Teil elektrifizierten Fuhrpark wirkt sich auch die firmeneigene Photovoltaikanlage positiv auf die Klimabilanz von TOPSTAR/WAGNER aus. Der erzeugte CO₂-neutrale Strom wird vollständig ins öffentliche Netz eingespeist. Durch konkrete Maßnahmen sank der Energieverbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich. Und insbesondere Beleuchtungskonzepte, Drucklufterzeugung, die EDV und automatisierte Fördersysteme werden durch regelmäßige Messungen energetisch optimiert.

Aus alt mach neu

Geht ein Stuhl nicht direkt in den Verkauf an einen Händler, dann heißt das nicht, dass er vernichtet wird. Im Werksverkauf in Langenneufnach werden Muster, Messerückläufer, Kundenretouren sowie Stühle aus Auslaufteilen und -stoffen angeboten. Sie werden vorher für ihr zweites Leben fachgerecht aufgearbeitet. Das schont Ressourcen und verlängert den Produktlebenszyklus. Und dabei sind nicht nur die Stühle aus zweiter Hand umweltfreundlich. Wer seinen alten Stuhl von zuhause mitbringt, bekommt eine Umweltprämie beim Kauf eines neuen Möbelstücks. Und er kann sich auch sicher sein, dass der alte Stuhl fachgerecht getrennt und dem Materialkreislauf zugeführt wird.

Über Generationen hinweg ökologisch

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist bereits früh bei TOPSTAR/WAGNER verankert. 1949 begann Moritz Wagner in Langenneufnach aus heimischem Holz Wirtshausstühle zu produzieren, die in erster Linie in bayerischen Gaststätten und Vereinsheimen ihren Platz fanden. Teilweise sind sie dort auch heute noch zu finden, was für die Langlebigkeit der Produkte von TOPSTAR/WAGNER steht. Auf Qualität zu achten zahlt sich aus. Damals wie heute.

Auch heute werden in dritter Generation, immer noch ausschließlich in Langenneufnach, mit 450 Mitarbeitern Produkte mit der Maßgabe, das Sitzen für den Nutzer so angenehm und gesund wie möglich zu gestalten, produziert. Dabei steht der achtsame Umgang mit Ressourcen stets im Vordergrund.

Ein Beispiel ist der Bürostuhl D1, der nur etwa halb so viele Teile benötigt wie bisherige Bürostühle. Mit dem renommierten Designer Stefan Diez hat Wagner neben der Designikone D1 auch das D2-Möbelstecksystem entwickelt, welches nur aus Steckverbindern und Hohlklammerplatten besteht. Dadurch wird auf Material und Verbindungselemente verzichtet, ohne Abstriche beim Komfort. Die Hohlkammerplatten bestehen aus endlos recycelbaren Alu- oder Karton-Wabenplatten. Das System lässt sich nach Belieben erweitern, verändern und wieder vollständig sortenrein in den Materialkreislauf zurückführen. Mithilfe eines Konfigurators sollen in Zukunft Räume mit dem System individuell planbar sein. Ansässige Schreiner vor Ort fertigen dann die Möbel. Wagner liefert dazu nur die Verbinder und bei Bedarf auch die bewegten Stühle. In Augsburg hat das Unternehmen mit dem D2-System den ersten Co-Working-Space der Event Agentur GO-Event! in Neusäß mit nachhaltigen Möbeln aus Papier ausgestattet.

Bild: TOPSTAR/WAGNER