Faire Mode aus Augsburg

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Die Textilindustrie gilt als umweltschädlich. Faire Mode als Alternative zur sogenannten Fast Fashion kommen auch aus Augsburg.

Deutschland kauft mehr Kleidung als es braucht: Laut Berechnung des Umweltbundesamts kaufen wir im Durchschnitt pro Kopf zwölf Kilogramm Kleider im Jahr. Weltweit sind es nur acht. Dazu kommen noch weitere Probleme. Viele Anbieter der sogenannten Fast Fashion produzieren mit Stoffen aus synthetischen Materialien wie Polyester oder Elastan. Diese Kunstfasern werden aus Erdöl hergestellt. Viele Stücke werden auch bereits nach kurzer Zeit weggeworfen und können aufgrund ihrer Zusammensetzung oder Qualität nicht weiterverarbeitet oder recycelt werden. Dadurch entsteht viel Müll. 

Umweltsünde Mode

Viele Kleidungsstücke entstehen unter unsozialen Bedingungen. Ein Großteil der konventionellen Mode wird in Ländern wie Bangladesch oder Pakistan produziert. Die Arbeit wird meist von Frauen ausgeführt, die bis zu 16 Stunden für einen Tageslohn von unter 2 Euro arbeiten. Dazu kommen die Chemikalien, die für das Färben oder Bleichen von Stoffen verwendet werden. Diesen sind die Arbeiter oft ohne entsprechendes Schutz­equipment ausgesetzt. Auch die Umwelt leidet unter den eingesetzten Chemikalien: Sie landen im Abwasser und können in biologischen Kläranlagen nicht komplett gefiltert werden. Dadurch gelangen sie auch in die Flüsse.

Eine sehr einfache Lösung für das Problem ist, die Kleidung, die bereits im Schrank hängt, länger zu tragen. Es lohnt sich also, ein Lieblingsstück ein wenig länger im Kleiderschrank zu haben und es bei kleinen Schäden auch einmal zu nähen oder zu reparieren. Oder wer möchte kann sogar etwas Neues daraus schneidern. Unter dem Begriff „Upcycling“ gibt es im Internet viele Ideen und Schnittmuster, um alter Kleidung neues Leben einzuhauchen. 

Zweite Chance für Lieblingsstücke

Wer dennoch neue Kleider braucht, der muss nicht gleich auch ein neues Stück kaufen. Second Hand und Vintage-Mode boomt und ist inzwischen nicht mehr nur etwas für „Ökos“ oder Sparfüchse. Second Hand ist in und nachhaltig, da nicht erneut Rohstoffe und Arbeitsprozesse aufgewendet werden müssen. Gleichzeitig entsteht auch kein Müll. 

Gebrauchte Mode gibt es inzwischen auf vielen Online-Portalen zu ergattern. Wer sich aber auch noch den Versand sparen und regional einkaufen möchte, der kann in Augsburg vor Ort nach alten Schätzen suchen. Etwa in der Innenstadt: Im Designkaufhaus Zwischenzeit in der Annastraße befindet sich der Vintage-Online-Shop Retroarea als Pop-up-Store. Das Unternehmen bietet Markenkleidung aus zweiter Hand an und ist bereits zu Jahresanfang in den Laden eingezogen. Bis zum 16. April ist der Store noch in der Annastraße 16 zu finden. Neben Retroarea ist im Moment auch der Vintage-Händler Regardez Vintage bei Zwischenzeit. 

Altkleider für einen guten Zweck

Auch viele caritative Einrichtungen und Hilfsorganisationen sammeln gut erhaltene Kleidung und verkaufen sie für einen guten Zweck weiter. Die Sozialkaufhäuser in Augsburg vertreiben auch Kleidung. Ein großes Sortiment ausschließlich an Mode bietet der Laden VINTY’S am Oberen Graben an. Der Laden wird von der Aktion Hoffnung betrieben und nutzt die Erlöse aus dem Verkauf zur Finanzierung von Entwicklungshilfeprojekten in der ganzen Welt.

Wenn das T-Shirt aber doch schon auseinanderfällt, absolut nicht mehr zu retten ist und auch die Suche im Second-Hand-Laden erfolglos bleibt, gibt es zur Fast Fashion auch Alternativen. Fair und ökologisch hergestellte Mode ist inzwischen kein Nischenprodukt mehr.

Faire Mode aus Augsburg

Auch in Augsburg gibt es immer mehr Modelabels, die sich mit den problematischen Seiten der Industrie auseinandersetzen und eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative anbieten. Ein wichtiger Faktor ist bei diesen Labels beispielsweise die Anbauweise der Rohstoffe, wie der Baumwolle. Im besten Fall in Bio-Qualität angebaut und damit nicht durch Pestizide belastet. Auch die sozialen Herstellungsbedingungen werden in der Produktion im Blick behalten. Das Modelabel degree aus Augsburg beispielsweise legt auf diese Faktoren viel Wert, insbesondere auf den fairen Handel der verwendeten Rohstoffe und nachvollziehbare Herstellungsketten der Produkte. Die Streetwear wird ausschließlich in Deutschland und Portugal gefertigt. Dadurch verringert sich auch die Klimabilanz der Lieferkette. Seine Mode vertreibt das Label im SUSLET Store in der Ludwigstraße. Eine besonders nachhaltige Kollektion bietet auch das Augsburger Unternehmen manomama mit der Eco2Fashion-Linie an: Das verwendete Material stammt aus überschüssigen Stoffen aus der schwäbischen Region, die zu neuer Kleidung wieder zusammengefügt werden. Das schont die Umwelt und ist regional.

Bild: Suslet